Länge 11,5km
Dauer 6h
Profil Extrem, 520 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Lehnsteig, Falkoniergrund, Carolafelsen, Wilde Hölle, Häntzschelstiege
Aussichten Lehnsteig (linkerhand der Stiege), Muschelkopf (mehrere im Abschnitt), Carolaaussicht, Langes Horn (mehrere)
Einkehrmöglichkeit Winterberg (voraussichtlich nur noch Imbissbetrieb während der Hauptsaison), weitere bei Start im Kirnitzschtal oder Schmilka
Anfahrt S-Bahn (Zustieg Winterberg 1h),
Auto (Einstieg in Tour am Beuthenfall oder Nassen Grund)

Die so genannten Stiegen sind die Klettersteige des Elbsandsteingebirges, die durchaus in ihrer Charakteristik denen der Hochgebirge gleichen, in Sachen Kondition dann aber doch deutlich geringere Ansprüche an den Wanderer stellen. Eine Klettersteigausrüstung ist dann auch nicht zwingend erforderlich - Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt. Die mit Leitern, Eisenklammern und Stahlseilen versicherten Abschnitte sind relativ kurz, stets einsehbar und mittels moderatem Aufwand meist umgehbar.

Der gehobene Anspruch des folgenden Wandervorschlags ergibt sich aus der Distanz, die zahlreiche lohnenden Stiegen mit grandiosen Aussichtsmöglichkeiten kombiniert.

Durch (vorläufige?) Aufgabe des Hotel- und Gaststättenbetriebs auf dem Großen Winterberg ist diese Wanderung mit den im nächsten Abschnitt erwähnten Zustiegsvarianten möglich.
Der Wandervorschlag basiert auf einem Wanderheft der Elbsandstein Gruppe, daher startet und endet die Beschreibung auch auf dem Großen Winterberg. Wer dort nicht gerade Quartier bezogen hat, wird besser im Kirnitzschtal (Nasser Grund oder Beuthenfall, beides auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar) beginnen und am Fuße der Häntzschelstiege in die Tour einsteigen. Da gebeten wird, diese Stiege nur im Aufstieg zu begehen, sollten sie der Tour - wie beschrieben - im Uhrzeigersinn folgen.

Vom Hotel Großer Winterberg folgen sie rechterhand der blauen Markierung anfangs bergab, später eben dahin. Eine markante Buchengruppe am Abzweig zum Fremdenweg wird nach knapp 2km erreicht. Gut 200m verbleiben sie noch auf dem Reit(er)steig, einer sehr alten Verbindung, die vom Nassen Grund durch Wilde Hölle in Richtung Winterberg führt, bis links die Ausschilderung zum Lehnsteig weist. Noch auf der Hochebene, kurz nach Erreichen der ersten Felsen, eröffnet sich links eine freie Sicht in die Steinlöcher mit den Verborgenen Türmen.

Der erste steilere Abstieg endet am Abzweig Steinlöcher, etwa 50m unterhalb leiten Pfadspuren nach links, die zur Aussicht oberhalb des Lehnriffs führen. Am Fuße der Lehnkuppel, an der nächsten Wegegabelung in nur wenigen Metern linkhaltend erreichbar, ist ein perfekter Blick auf die Gruppe der Lehnsteigtürme zu finden.

Sie folgen dem Wanderweg weiter bergab, treffen auf den Wurzelweg und rechts nach 300m auf den Elbleitenweg. Rechts geht es weiter, den ersten, zur Heiligen Stiege führenden Abzweig lassen sie rechts liegen und zweigen erst 150m weiter in einer scharfen Linkskurve in Richtung Rotkehlchenstiege ein, die am Ende des Falkoniergrundes wieder hinauf auf die Höhe führt. Oben, am Ende der Rotkehlchenstiege angekommen, führt ein gut erkennbarer, mit schwarzem Dreieck auf weißem Kreis markierter Pfad nach rechts.

Wer nicht wirklich schwindelfrei ist, sollte sich hier besser nach links wenden und nach ca. 150m rechts den Zurückesteig (blaue Markierung) begehen. Der führt unschwer, vor allem nicht ausgesetzt, zum Abzweig Heilige Stiege, wo sie wieder auf den originalen Vorschlag treffen.

Nach Passieren des markanten Muschelkopfes führt der Pfad recht ausgesetzt in einen bewaldeten Kessel hinter den Bussardtürmen entlang. Drahtseile und Eisenklammern erleichtern die kritischste Passage.

Ein kleiner Anstieg führt zur Heiligen Stiege, die rechts hinunter nach Schmilka führen würde, der sie allerdings nach links bis zur Kreuzung mit dem Zurückesteig folgen. Nur weniger Meter bergan leitet die Ausschilderung nach links in Richtung Carolafelsen und Wilde Hölle. Nach 10 Minuten ist der Carolafelsen erreicht, ein wunderbarer Aussichtspunkt, der zwar oft überlaufen, aber dennoch keinesfalls ausgelassen werden sollte. Anschließend geht es durch die wildromantische Wilde Hölle hinunter auf die Untere Affensteinpromenade.

Auf dieser angekommen, wenden sie sich nach rechts, bis sie nach ca. 30 Minuten den markanten Bloßstock, erstmals im 16. Jahrhundert auf Oeders Karte als  "Am Blosen stock" erwähnt, erreichen. Vom Affensteinweg zweigt ein Pfad zum Fuß des Bloßstocks ab. Sie gehen rechts am Fuß des Felsmassivs entlang und folgen dem Pfad zur Häntzschelstiege. Der erste Teil der Kletterstiege führt, mit Eisenklammern und Stahlseilen gesichert, auf die Obere Affensteinpromenade.

Wer hier Unbehagen verspührte, sollte den oberen Teil besser auslassen, nach links der Oberen Affensteinpromande folgen, bis vorm Satanskopf ein unschwerer Aufstieg zum Reitsteig leitet.

Der Stiegenfreund schlüpft in die unscheinbare Felsspalte des sich vor ihm aufragenden Massivs, wo eine steile Leiter zu weiteren Eisenklammern und Stahlseilen und jene hinauf auf das Lange Horn führen. Die sich bietenden Aussichten sind kaum zu übertreffen, sodass auch demjenigen, der sich den oberen Teil nicht zutraute, zu empfehlen ist, vom Reitsteig zum Langen Horn zurückzulaufen.

Der Weg führt durch den Wald zurück zum Reitsteig, wo mehrere Standorte, der bekannteste die Fluchtwandaussicht, tolle Einblicke in den Heringsgrund eröffnen. Nach einem Kilometer sollte der Abzweig zum Lehnsteig erreicht und der Rückweg zum Großen Winterberg bekannt sein.

Da die Wanderung einerseits sehr lohnend andererseits auch sehr anspruchsvoll sich, kann sie auch gut in zwei Wanderungen aufgeteilt werden. Zum einen der Teil mit Lehnsteig und Rotkehlchenstiege, wobei ein kurzer Abstecher zum Carolafelsen die Runde kaum verlängert, und zum anderen Wilde Hölle und Häntzschelstiege, der Große Winterberg kann in beide Varianten eingeflochten werden, da er doch die einzige Möglichkeit zur Einkehr unterwegs darstellt. Für Lehnsteig und Rotkehlchenstiege stellt auch Schmilka einen geeigneten Ausgangspunkt dar.

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