Länge 3,6 km
Dauer 1 Stunde für Eilige, mehr als 3 Stunden für den Motivjäger
Anspruch Leicht, 85 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Zahlreiche ungewöhnliche Felsstrukturen
Aussichten Mehrere
Einkehrmöglichkeit Turistická chata Tisá, Mehrere Einkehrmöglichkeiten im Ort selbst
Anfahrt Pkw, Bus ab Pirna

Kinder und Wandern sind wie Feuer und Wasser und pflegen häufig eine wahre Antipathie. In den Tissaer Wänden jedoch werden sich ihre Sprösslinge auf einem überdimensionierten Spielplatz anstatt auf einer Wanderung wähnen. Kleiden sie sie in alte Klamotten und ihr Nachwuchs wird begeistert das Labyrinth erkunden, das die zerklüfteten Felsen formen. Und sie werden die Begeisterung teilen, spätestens beim Sudové světlé Zlatopramen in der Turistická chata.

Die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist relativ unproblematisch mit dem Bus ab Pirna möglich. Einkehrmöglichkeiten nahe am Haltepunkt lassen auch mögliche Wartezeiten bis zur Rückfahrt gut überbrücken.
Dennoch wird wohl der Pkw bevorzugt werden. In Tschechien sind Autobahnen mautpflichtig, allerdings gilt bei Einfahrt die Mautpflicht erst ab der ersten Abfahrt im Land. Und mit Tisá als Ziel müssen sie dort runter. Bei der Rückfahrt gilt dies leider nicht - ohne Vignette sollten sie die Autobahn dann besser meiden! In Tisá parken sie entweder im Ort auf einem der kostenpflichtigen Parkplätze nahe der Kirche oder vor der Kurve unterhalb der Turistická chata (ca. 1 km nach dem Ort in Richtung Sněžník rechts).
Die Beschreibung der Wanderung beginnt an der Kirche, wo zunächst eine breite Treppe und nachfolgend ein moderat ansteigender Weg hinauf zum Eingangsbereich führt.

Der Besuch der Tissaer Wände ist zumindest während der Saison (vermutlich Ostern-Oktober) und oft auch an "Schönwetterwochenenden" außerhalb dieser kostenpflichtig. Sowohl im Eingangsbereich oberhalb von Tisá als auch an der Turistická chata befinden sich zwei Kassenhäuschen. Die Nationalparkwächter wären wohl zur Kontrolle berechtigt, ob sie es wirklich tun, ist ungewiss - mir sind sie ohnehin erst einmal dort begegnet. Mit 30 CZK (nach Kurs 2015 ca. 1,10 €) ist der Eintrittspreis recht moderat - eine Ansichtskarte mit Motiven der Böhmischen Schweiz gibt es obendrein...

Entlang der Wanderung ist ein Naturlehrpfad eingerichtet, dessen Informationstafeln eine deutsche Übersetzung enthalten. Die einzelnen Stationen sind durchnummeriert, sodass die Strecke anhand der Nummern vorgegeben ist. Das ermächtigt uns, die Beschreibung recht kurz zu fassen:)

An der Kasse halten sie sich zunächst nach links und gleich hinter dem Januskopf, einer mit der tschechischen Flagge drapierten Felsnadel, wiederum nach links. Es folgt eine kurzer Anstieg auf das Plateau der "Kleinen" Tissaer Wände (Malé Tiské stěny) mit ihrer grandiosen Aussicht auf den "großen Bruder". Links des Massivs ist am Horizont der Hohe Schneeberg (Děčínský Sněžník) nicht zu verfehlen, rechts heben sich der breite Doggenturm (Věž Doga) und die geneigte Steinkarspitze (Zlomisková věž) in der Ferne vom Felsriegel "An der Wand (U stěn)" ab.

Der Weg führt durch eine schmale Schlucht an den Fuß der Westseite zurück und mäandert durch das Labyrinth der bizarren Felsen zunächst nach Norden bis eine Treppe wiederum auf das Plateau leitet. Östlich fällt das Gelände allmählich ab. Bis zum Kassenhaus am Eingangsbereich ist es ein nur kurzes und kurzweiliges Stück.

Wir empfehlen, der Runde durch und über die Großen Tissaer Wände (Velké Tiské stěny) im Uhrzeigensinn zu folgen. Zu Beginn durchschreiten sie das hohe Felsentor rechterhand der Kasse. Zwischen offenen Taleinschnitten sind immer wieder stark zerklüftete Felspartien zu passieren. Erst nach "halber" Wegstrecke fordert ein Anstieg über eine steile Leiter etwas Kondition. Auf der Anhöhe geht der Rundweg rechts weiter - aber 300m links lädt mit der Touristenbaude (Turistická chata) eine der bekanntesten Herbergen der Böhmischen Schweiz auf einen Besuch ein. Mit dem Steinpilz (Hřib) liegt eine der kuriosesten Felsformationen unmittelbar am Wegesrand. Erkennen sie die Schildkröte, die am Fuß des Pilzes rastet?

 Ob mit oder ohne Einkehr - der Weiterweg erreicht bald die südlichen Abstürze der Tissaer Wände. Immer nah am Abbruch leitet die Markierung nach Osten, nur einmal wird eine kleine Senke durchschritten. Bevor eine Treppe zur Felsengruppe am Eingangsbereich hinab führt, lohnt sich der Besuch der östlichsten Aussicht mit Blick auf die zu Beginn der Runde besuchten Kleinen Tissaer Wände.

Der dort rechts hinabführende Pfad erweist sich als Sackgasse (für den Normalwanderer), also geht es die wenigen Meter zurück und über den offziellen Abstieg hinab zum Eingangsbereich und abschließend über den bereits bekannten Weg zum Ausgangspunkt im Ort.

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