Länge 13 km
Dauer 4 h
Anspruch Normal, 400 Hm , Zum Höhenprofil
Sehenswertes Gelobtbach(tal), Kornmarktstein(e)
Aussichten Keine unmittelbar am Weg, ein Abstecher zum Großen Zschirnstein bzw. zum Zirkelstein verlängert die Strecke jeweils um gut zwei Kilometer
Einkehrmöglichkeit Dolni Grund (an der Fähre) und Hospoda U Kosti (in Wanderrichtung gleich am Ortseingang gelegen, im Winter selten geöffnet) in Dolní Žleb, für Hartgesottene mit Beschränkung auf Flüssigbrot geht auch die kleine Spelunke kurz vorm Bahnhof. Am Reuterhof selbst existiert die Waldschänke mit leider arg eingeschränkten Öffnungszeiten.
Anfahrt Pkw bis Reuterhof, Bus bis Dorfplatz Schöna, S-Bahn bis Bahnhof Schöna

Nahezu aussichtlos. Nahezu menschenlos. Eine Wanderung (vor allem) für Tage, an denen sich andernorts die Touristen auf die Füße treten. Oder für heiße Tage, an denen die Abkühlung dichter Wälder und enger Schluchten die Lethargie zu überwinden hilft. Es sind Details am Rande, die (nur) dem aufmerksamen Besucher Abwechslung bescheren.

Bei (empfohlener) Anreise mittels Pkw halten sie sich am besten in Reinhardsdorf-Schöna an die Ausschilderung "Waldbad". An selbigem vorüber erreichen sie schnell den kleinen Wanderparkplatz am Reuterhof. Mit dem öffentlichen Nahverkehr nähern sie sich per Bus - Linie 252 bis Endstation Dorfplatz Schöna - am weitesten an, von wo aus es ein knapper Kilometer Wegstrecke über den Marktweg bis zum Ausgangspunkt ist. Oder sie wählen die S-Bahn bis Schöna und steigen über den Schiebgrund auf, um zuletzt über den Zirkelsteinweg den "Pkw"-Start zu erreichen. Ein Doppelkilometer kommt hiermit hinzu (siehe auch Wanderung "Die kleinen Tafelberge").

Vom kleinen Parkplatz, (auch) Ausgangspunkt des Walderlebnispfades, lenken sie ihre Schritte den einzigen ansteigenden Weg hinauf und befinden sich somit automatisch auf gewünschter Runde. Vorüber an der Gartensiedlung mit der Waldschänke, die, wenn sie geöffnet haben sollte, durchaus zum Verweilen einlädt (besser erst auf dem Rückweg), erreichen sei nach gut 300m eine Gabelung des Hauptweges. Die gelbe Markierung, eine direkte Verbindung zwischen Zirkel- und Großem Zschirnstein, kreuzt hier unseren Weg. Gerade aus geht es auf dem "Gelobtweg" weiter, "Ziskaquelle" dient als Orientierung, eine Ausschilderung existiert nur sporadisch. So sollten sie an der nächsten Wegeteilung sich rechts halten. Nach einer seichten Anhöhe geht es durch eine Senke mit dem Schwarzpfützenbach. Im weiteren Verlauf verhilft linkerhand eine Schneise zu einer mäßigen Aussicht zum Rosenberg, bevor die weitläufige Schleife mit der Ziskaquelle erreicht wird. Sie bleiben konsequent auf der Forststraße, die zunächst ohne nennenswerte Höhenunterschiede verläuft und sich nun Kriegsweg nennt. Die Markierung eines illegalen Umschlagsplatzes für Waren ist leicht zu übersehen.

800 m nach der Ziskaquelle erreichten sie den Abzweig zum Großen Zschirnstein. Falls sein Gipfel erklommen werden soll, dann müssten sie der breiten Forstraße mit der gelben Markierung, die sie im Verlauf erreichen, später nach Osten folgen, Unmittelbar vorm Böhmischen Tor treffen sie wieder auf die hier beschriebene Strecke.

Ohne Umwege geht es auf dem Kriegspfadweg nun heftig bergan. Von links rückt der Grund des Gelobtbachtales stetig näher - ein guter Anhaltspunkt, um abzuschätzen, wie lange der Anstieg noch währt. Schneller als (vermutlich) befürchtet flacht die Steigung spürbar ab; an der Wegekreuzung ist links bereits der Punkt des Grenzübergangs am Böhmischen Tor zu sehen.

500m nach dem Grenzübertritt gelangen sie erneut auf eine Forststraße. Gerade aus geht es weiter. Derzeit ermöglicht der Holzeinschlag einen Blick auf den Großen Zschirnstein (tschechisch: Čikštajn) - in ein paar Jahren wird die Schonung das Sichtfeld überdecken...

In der ersten großen Senke "U buku" geht es links ab; der Wanderweg ist nun wiederum gelb markiert. Nach ca. 1,4 km verlässt der Weg an einem kleinen Tümpel (hier scheint ein Eisvogel sein Revier zu haben) die asphaltierte Straße. Sandstein, mit tiefen Furchen einst hier verkehrender Pferdegespanne durchzogen, pflastert den Abstieg durch den Lehmischgrund. Nach Regenperioden oder Schneeschmelze muss damit gerechnet werden, dass der kleine Lehmischbach (Dolnožlebský potok) etwas mehr Raum für sich beansprucht als ihm sein Bett zugesteht...

Spätestens nach 700m , von rechts mündet ein weiterer Forstweg ein, flacht das Gelände merklich ab, um nach wenigen geruhsamen Metern nochmals deutlich an Steilheit zuzulegen.  Vorsicht bei Glätte!

Gleich das erste Haus auf der rechten Seite von Dolní Žleb nährt die Hoffnung auf Einkehr. Zumindest während der Klettersaison stehen die Chancen bestens, sich in der Szenekneipe stärken zu können. Falls nicht, geht es weiter den Hang hinab, vorüber an der Kirche - die beliebte Wirtschaft Piccolo hat leider aufgegeben - und, falls sie auf Einkehr setzen, rechts durch die Bahnunterführung hindurch.

Es ist anzunehmen, dass das neue Restaurant rechterhand des Durchlasses nicht unschuldig am Untergang des Piccolo ist, zieht es die Radtouristen des Elberadweges doch magisch an...

Anstatt auf dem Elberadweg Konflikte mit den Radfahrern zu riskieren, laufen sie besser zwischen Bahntrasse und Hang parallel zu dieser nach Westen. Kurz vorm Bahnhof befindet sich linkerhand die in der Einleitung erwähnte Bierkneipe. Feste Nahrung gibt es dort nicht, dafür oft reichlich Qualm...

Jenseits der Bahnstation zieht der zunehmend schmaler werdende Weg nach oben, um dann eben in den Wald zu führen. Schilder mit Entfernungsangaben zur Gelobtbachmühle sind hin und wieder an Bäumen befestigt. 600m geht es recht eben, teils leicht abfallend dahin, dann verhelfen Stufen zu einem deutlichen Höhengewinn, um weiter oben am Hang dessen Querung fortzusetzen.

Wenige Schritte vorm Gelobtbachtal geht es nochmals kurz links nach oben zum Staubecken, das einst als Wasserspeicher der kurz vor der Bahntrasse gelegenen Mühle diente. Unmittelbar darüber beginnt der hoch interessante, mit gut 300m nur leider viel zu kurze Abschnitt des Gelobtbachtales. Wie auch im Lehmischgrund kann zu viel Wasser das Wandern erschweren.

Den makellos weißen Grenzstein inmitten auf dem Weg können sie schwerlich übersehen...

Der Stein des Anstoßes

Markierungen entlang einer Landesgrenze sind nun nichts Außergewöhnliches und aus fotografischer Sicht aufgrund der Gleichartigkeit der Steine und Schilder völlig uninteressant. Normalerweise. Wenn sich dann allerdings unerwartet ein Exemplar auftut, das so gar nicht mehr zu erwarten gewesen wäre, wird dann doch die Kamera gezückt. Da waren wohl Schelme am Werk, die ein nach der Wiedervereinigung angepasstes Relief in den ursprünglichen Zustand pickerten und den Stein selbst bestens sichtbar an den Weg versetzen. Dass der zuständige Verwaltungsbeamte (aus Altbundesländern, wie man mir versicherte) auf einer Wanderung ausgerechnet dort vorüber kam und nachfolgend die "Reparatur" beauftragte, war maximales Pech - Tage nachdem das Foto entstand (Oktober 2015), wurden D und R weiß übertüncht...

Nun ist es kompliziert, abzuschätzen, wann 300m vorüber sind. Sobald der Wald deutlich dichter wird, sollten sie Ausschau nach Pfadspuren halten, die rechts aus dem Tal heraus führen. Etwas flacher werdend führt der (kaum wahrnehmbare) Weg bereits nach wenigen Metern in südliche Richtung weiter. Sie sollten den erstbesten Andeutungen eines Pfades (knapp 100 m nach dem Tal) wieder nach links oben folgen. Sie erreichen eine Einzäunung und links an dieser vorüber eine Wegegabelung.

Zur Orientierung könnnten sie 30m nach links laufen. Entdecken sie dort einen Kornmarktstein am Wegesrand, sind sie auf bestem Wege zum Ziel.

Für den Fall, dass sie im Gelobtbachtal den "kurzen" Ausstieg verpasst haben, so führt auch der "Talweg" letztlich nach  ca. 200m auf denselben Weg (Grundweg). Folgen sie diesem nach rechts und sie nähern sich dem Kornmarktstein von der anderen Seite.

Über den in südliche Richtung verlaufenden Weg könnten sie in ca. 600m  Entfernung den lange Zeit verschollenen dritten Marktstein der Gegend aufsuchen - er liegt unübersehbar am Wegesrand (aber da lag er nicht immer, sonst wäre er kaum vermisst worden).

Der Rückweg zum Ausgangspunkt führt über den mehr oder weniger parallel zum Schwarzpfützenbach nach oben ziehenden Reitweg. Sie erreichen die vom Hinweg bereits bekannte Forststraße und dieser nach rechts laufende in Kürze den Parkplatz am Reuterhof, der übrigens seinen Namen dem Dresnder Kirchenbaumeister Reuter verdankt, der das erste Haus des Ortsteils 1920 errichtete, um seinen Lebensabend hier zu verbringen. 

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