Länge 11 km
Dauer 4 h
Anspruch Anspruchsvoll, 380Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Kuhstall, Himmelsleiter, Schneiderloch
Aussichten Großstein, Neuer Wildenstein(mehrere)
Einkehrmöglichkeit Zum Kirnitzschtal in Ottendorf, Zum Kuhstall am Neuen Wildenstein
Anfahrt Pkw, S-Bahn bis Bad Schandau und Bus bis Felsenmühle

Greifbar nah erscheint der Hausberg vom Großstein aus, getrennt vom tiefen Kirnitzschtal, dessen Talsohle sie auf dieser Wanderung zweimal durchschreiten. Mit Einsamkeit können sie am Großstein rechnen; am Kuhstall "hinterm" Hausberg jedoch ist Trubel der Normalzustand. Es ist kein Zufall, dass das größte Felsentor der Sächsischen Schweiz sich zu einem beliebten Wanderziel entwickelt hat...

Als Einstiegspunkte der Wanderung bieten sich die Felsenmühle im Kirnitzschtal sowie Ottendorf an. Die Parkkapazitäten an der Felsenmühle sind begrenzt; 700m talauf befindet sich an der Neumannmühle ein größerer Parkplatz. Über den Flößersteig kann von dort in wenigen Minuten zum Ausgangspunkt gewandert werden. Mit dem öffentlichen Nahverkehr gibt es keine Parkplatzsorgen, die Bushaltestelle befindet sich unmittelbar an der Mühle. Ottendorf als Ausgangspunkt eignet sich nur für den per Pkw anreisenden Wanderer. Halten sie sich im Ort zur weithin sichtbaren Endlerkuppe. Die Parkmöglichkeiten unterhalb sind nicht zu verfehlen.

Frisch startend an der Felsenmühle sollte Ermüdung keine Rolle spielen und der lange und teils steilere Anstieg ist der Erwärmung eher förderlich. Lassen sie sich von den Zeitangaben der Wanderschilder nicht beirren, wesentlich mehr als 45 Minuten benötigt wohl niemand vom Tal bis zur Aussicht an der Großsteinkanzel.

Falls sie sich nun fragen, was die letzte Anmerkung soll, dann achten sie einmal auf dem Weg vom Großstein nach Ottendorf auf die Zeitangaben in Gegenrichtung. Genau drei mal wird 1/4 Stunde bis zum Großstein prognostiziert und das, obwohl sie jeweils fast 10 Minuten benötigen, um die Distanz zwischen den Schildern zurückzulegen. Vermutlich gab es Mengenrabatt für identische Schilder...

Zurück auf die Strecke: Wie schon beschrieben, ist der Aufstieg aus dem Tal etwas fordernd. An einer Lichtung zeigt sich der Anstieg kurz gnädig, bevor er, am Wegweiser gerade aus bleibend, nochmals anzieht. Später geht es merklich geruhsamer zu. Nach links haltend sind es etwa 10 Minuten bis zur Großsteinkanzel, deren Ausblick bereits Magister Götzinger in höchsten Tönen lobte. Und tatsächlich reicht der Blick (von der östlichen Aussichtsplattform), sofern nicht von Nebel verhüllt, vom Zschand bis hin zu den Affensteinen.

Offiziell nicht ausgeschildert, aber unschwer zu erreichen, ist der östliche Sporn, der einen freien Blick auf den Hausberg, hinter dem sich der Neue Wildenstein, auch ein Ziel der Wanderung, befindet.

Es geht nun den vom Zustieg bekannten Weg zurück, jedoch am letzten Abzweig nicht hinab zum Start sondern gerade aus nach Ottendorf. Im Wald gibt es noch den ein oder anderen abgehenden Weg, aber die Ausschilderung ist, bis auf die Zeitangaben, vorbildlich - Verlaufen unmöglich. Ab Waldrand ist der Weg zur Endlerkuppe komplett zu sehen.

Der Gebäudekomplex der Endlerkuppe ist in privater Hand. Entsprechend ist der Zugang untersagt. Sämtliche Eingänge wurden vor Jahren zugemauert, inzwischen, vermutlich von Einheimischen, jedoch wieder frei gepickert.  An dieser Stelle möchte ich deutlich vor einer Ersteigung des Turmes warnen. Die hölzerne Treppe ist in äußerst schlechtem Zustand, vor etlichen Jahren war ich dort oben - mittlerweise siegt die Vernunft.

Von der Anhöhe aus liegt ihnen Ottendorf zu Füßen, der Weiterweg in den Ort ist durch die kleine Straße vorgegeben. Sie erreichen die Hauptstraße und laufen diese den kurzen Stich hinauf, bis nach der Einkehr Zum Kirnitzschtal links der Ottendorfer Steig (grüner Punkt) beginnt. Sie folgen selbigem über freies Feld, erst knapp 300m nach Eintritt in den Wald erreichen sie die nächste Wanderwegkreuzung, an der sie sich nach links hinab ins Knechtsbachtal (gelber Strich) wenden. Bis zur Kirnitzschtalstraße ist der Weg vorgegeben.

Kurz müssen sie nun der Straße knapp 400m nach links folgen, bis eine Brücke die Querung der Kirnitzsch ermöglicht. "Der alte Straße" führt gemächlich ansteigend hinauf zum Neuen Wildenstein.

Hier oben gibt es dann doch einiges zu erkunden und wenn sich - mit etwas Glück - der Ansturm in Grenzen hält, dann sollten sie das auch nutzen. Durchschreiten sie zunächst das größte Felsentor im sächsischen Teil des Gebirges, den Kuhstall. Ob der Name aus Zeiten des dreißigjährigen Krieges stammte, als die Einheimischen ihr Vieh hier versteckten, oder das Tor bereits von den Bewohnern der mittelalterlichen Burganlage als natürliche Stallung genutzt wurde, wird wohl nie abschließend geklärt werden können.

Jenseits der Tores laufen sie durch den Spalt nach links. Wiederum links führt die Himmelsleiter, mit einer Eisentreppe versehen, durch einen engen Kamin auf das Plateau mit seinen zahlreichen Aussichtspunkten und den Resten der früheren Burganlage.

Nach Westen hin leiten verwinkelte Stufen in die Scharte zur Wildensteinwand, der kurze Weg um das Massiv kann nur von Kindern aufrecht begangen werden. Links sollten sie noch dem Schneiderloch an der Zyklopenmauer einen Besuch abstatten.

Vom Felsentor des Kuhstalls steigen sie die lange Treppe in die große Schlucht ab. Am Fuß des Felsen führt der Weg, der nun wieder mit dem Verlauf des Malerweges identisch ist, nach links. Der "Haussteig" führt direkt ins Tal des Kleinen Zschands. Der Forststraße nach links folgend erreichen sie bald den Ausgangspunkt.

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