Länge 18,2 km bei Start in Bielatal, 15,7 km ohne Umweg zur Katzsteinbaude, 17,4 km bei Start am Bad in Cunnersdorf
Dauer 4-6 h
Anspruch Anspruchsvoll, 620 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Lapidarium Cunnersdorf (nur mit Umweg zur Katzsteinbaude)
Aussichten Lampertsstein, Spitzstein, Signal, Schneeberger Aussicht
Einkehrmöglichkeit Katzsteinbaude
Anfahrt Pkw

Fünf Tafelberge auf einen Streich? Das klingt nach strapaziösen Anstiegen! Aber so schlimm kommt es dann doch nicht, hat die Erosion die Berge am Lampertsbach im Laufe der Zeit doch kräftig zurechtgestutzt, sodass deren Tafelbergcharakter oft nur rudimentär erhalten ist. Dennoch verbergen sich hier einige unbekannte aber nicht minder interessante Aussichten...

Es gibt Aussichten, die lassen sich fotografisch einfach nicht erfassen. Zumindest nicht mit einem gewissen Anspruch an die Qualität. Spielt dann (wiederholt) das Wetter nicht mit, fällt die Beute recht mager aus. Zur Illustration der Wanderung verwenden wir die Aufnahmen dennoch und werden sie ggf. ersetzen, sobald uns bessere Varianten gelingen.
Für eine entspannte Anreise kommt eigentlich einzig der Pkw in Frage, da die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs eine deutliche Verlängerung der Strecke bedingen. Wenn überhaupt, dann wäre Cunnersdorf ein möglicher Start.

Als Einstieg in die Wanderung empfehlen wir die Parkmöglichkeiten am Wiesenweg in Bielatal (Ortsteil Reichstein) oder alternativ am Waldbad Cunnersdorf. Letzteres hat den Nachteil, dass die einzige Einkehrmöglichkeit an Start und Ziel liegt...

Wir starten mit der Beschreibung am Parkplatz im Ortsteil Reichstein von Bielatal.
 
Aus Zeiten der Napoleonischen Kriege stammt das ausgewaschene Sandsteinpflaster, das sie auf dem ersten Anstieg begleitet. Genutzt wurde Weg nur kurzzeitig, da der Plan, über Böhmen die österreichischen Truppen anzugreifen durch die vernichtende Niederlage des französischen Heeres in der Schlacht bei Kulm (in Böhmen) Ende August 1813 frühzeitig vereitelt wurde.
 
An der ersten Weggabelung nach ca. 400m, die erste Anstieg ist hier überwunden, ist ihre Entscheidung erforderlich, ob sie der sehr lohnenden Aussicht am Lampertstein zu Beginn oder doch erst am Ende der Wanderungen einen Besuch abstatten möchten. Aus fotografischer Sicht ist das weiche Licht des Abends für diesen Standort ideal (wohl auch zum Sonnenaufgang, aber wer schafft das schon?) deshalb beschreiben wir die knapp 2 km bemessende Schleife erst am Ende und fahren fort, indem wir sie der Forststraße nach rechts folgen lassen.
 
Gleich an der nächsten Kreuzung, nur gut 200m entfernt, weist rechts eine Ausschilderung zum Kohlberg, einer kleinen über eine Steiganlage zugänglichen Sandsteinplattform mit durch den hohen Waldbestand leider eingeschränkter Sicht auf Reichstein.
 
Die Wanderung geht in die entgegengesetzte Richtung - also nach links - weiter, wo sich die gelbe Markierung nach wenigen Metern erneut teilt und sie den rechten Weg wählen sollten. Nach 900 m mäßig abfallender Strecke durch den Wald stoßen sie auf die Lampertsstraße, der sie nach links zum Neuteich folgen, einem künstlich angelegten Gewässerchen, das bei zu geringer Wasserzufuhr schon mal komplett austrocknen kann. Ob Teich mit oder ohne Wasser... der Pfad unterhalb des Tümpels ist eine Abkürzung zum Pechweg, auf dem sie nun rechts aufwärts wandeln, bis sie nach 800 Weiten- und 70 Höhenmetern auf den Wurzelweg treffen. Diesem gut ausgebauten Forstweg folgen sie nach links bis zum Ende, wo die Ausschilderung an der Wegespinne die Wahl der richtigen Ausfahrt erleichtert.
 
Anfangs überwuchert steigt der Weg sanft an, biegt dann stark rechts ab vereinigt sich nach knapp 400 Metern mit einem vom Tal heraufziehenden Forstweg. Rechts geht es - gemäß der gelben Markierung - weiter, bis 200m darauf links Pfadspuren eine marginale Abklürzung beim Aufstieg zum Spitzstein ermöglichen. Die Aussicht ist bescheiden, aber letztlich, da sie schon mal in der Ecke verweilen, doch zu empfehlen. Wer rechnet schon hier mit einer Stiege?
 
Weiter im Programm folgen sie der gelben Strich-Markierung über den Spitzsteinweg zunächst in südliche, dann in zunehmend östliche Richtung. Der Mäusebornweg, den sie nach einem halben Kilometer passieren, verspräche eine deutliche Reduzierung der Strecke, bedeutet aber leider auch den Verzicht auf die interessantensten Ecken der Wanderung, sodass sie sich hier nur mit der Farbe der Markierung anfreuden, um wenig später den Wechsel vom gelb (führt nach Cunnersdorf) auf grün (führt letztlich auch nach Cunnersdorf) nicht zu verschlafen.
 
Mit zweimal Stolpern erreichen sie einen Rastplatz, dessen Tisch eine brauchbare Unterlage für den Münzwurf böte, den sie ggf. in Anspruch nehmen möchten, um bei der Entscheidungsfindung behilflich zu sein, ob die Möglichkeit der Einkehr in der Katzsteinbaude (lohnend) oder des Besuchs des Lapidariums (nur für Fans) den immerhin 3 km Länge und 120 m Höhe messenden Umweg wert ist.
 
Bei positivem Befund eilen sie den Hohlweg hinab (600m), überqueren die Forststraße, um über einen schmalen Pfad (gut 100m, grüner Punkt) zum Katzsteinbaudenpfad abzukürzen, den sie rechts talwärts bis zur Baude (700m) folgen. Zur Steinesammlung müssten sie noch vollends ins Tal (100m) - sie befindet sich gegenüber vom Badeingang. Hoffentlich ohne Reue mühen sie sich anschließend denselben Weg zurück.
 
Vom Rastplatz (der mit dem Münzwurf) steigen sie nun nach Osten an. Vorüber an der Erinnerungstafel an den (vermeintlich) letzten Wilderer folgt der Pfad zunächst dem Wandfuß, um zu einer (für die hiesige Gegend) imposanten Steiganlage zu führen, die sie zum so genannten Signal, einer recht ansprechenden Rundumsicht auf die Tafelberge der Sächsischen Schweiz, leitet.
 
Kurz mändert der Weg durch ein Sandsteinlabyrinth.
 
Ohne seine Steiganlage wäre der Katzsteinfels heute ein Ziel für Kletterer. Dank dieser ermöglicht sein Gipfel auch dem bodenständigen Wanderer eine weitreichend Aussicht.
 
Gut 100m darauf treffen sie wieder auf die grüne Punkt-Markierung, der sie nach links (Süden) folgen und auch an der ersten Verzweigung auf der Höhe bleiben. Die Schneeberger Aussicht, wenige Schritte linkerhand gelegen, ermöglicht einen netten Blick auf den gleichnamigen Tafelberg und die beiden Zschirnsteine.
 
An einer Lichtung führt die Wanderung nach rechts weiter. Gerade aus ist ein Besuch des Rotsteins denkbar. Alte Reiseführer preisen seine Aussicht, aber dies muss zu einer Zeit gewesen sein, zu der der Forst den Baumbestand grundlegend reduziert hatte. Heute sind einzig die Schattierungen des farbige Sandsteins am vorgelagerten Klettergipfel des Rotsteinkegels eine Erwähnung wert. Einen reichlichen Kilometer können sie abrechnen, wenn sie den Abstecher tatsächlich absolvieren.
 
Über Heu- und Hirschbornweg stoßen sie im Tal oberhalb des Neuteichs auf die Lampertsstraße. Die Strecke nach links (200m) dann rechts (ca. 700m) sollten ihnen vom Hinweg her noch in Erinnerung sein, sodass sie erst an der folgenden Verzweigung der gelben Markierung das bekannte Terrain verlassen und dem Abzweig nach rechts zum Lampertsstein folgen. Auch an der erneuten Gabelung halten sie sich nach rechts, der Weg bleibt nahezu auf einer Höhe nahe am Wandfuß des beginnenden Felssporns und führt erst kurz vor dessem nördlichen Ende hinauf zur Aussicht.
 
Für den Rückweg bleiben sie nun besser auf der Höhe. Entweder halten sie sich komplett an die gelbe Markierung, dann erreichen sie bald die letzte Kreuzung und sollten (rechts haltend!) leicht zum Start zurück finden oder sie halten sich an den ersten deutlichen Pfadspuren nach ca. 400m nach rechts, steigen ab und landen auf einer Forstraße, der sie nach links folgen und letztlich oberhalb der initialen Anstiegs (mit dem Sandsteinpflaster) auf bekannten Pfaden landen.
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