Länge 16,2 km (14,8 km ohne Teufelskammer)
Dauer 4-5 Stunden
Anspruch Anspruchsvoll, 455 Hm, Zum Höhenprofil
Sehenswertes Teufelskammer, Uttewalder Tor, Höllengrund, Schleifgrund, Schwedenlöcher, Amselsee, Bastei
Aussichten Mehrere an der Bastei
Einkehrmöglichkeit Waldidylle, Forellenräucherei Rathen, weitere auf der Bastei und im Kurort Rathen
Anfahrt S-Bahn und Fähre oder Pkw

Dass sie hier allein unterwegs sind, ist ausgeschlossen. Zu bekannt ist der Winkel. Und gleichzeitig viel zu reizvoll, als dass sie sich nicht doch einmal in die Pilgerschar einreihen sollten. Geht es im Uttewalder Grund noch sittsam zu, kann der Gang über die Bastei zum Spießrutenlauf mutieren. Schlechtwetter wirkt als Regulator - nur verlieren die Aussichten dann oft ihren Reiz. Also Augen nicht (!) zu und durch!

Kurort Rathen und Stadt Wehlen sind per S-Bahn komfortabel zu erreichen. Bei üblicher Startzeit am (zeitigen) Vormittag genießt Rathen als Ausgangsort den Charme, dass sie die Bastei noch vor dem großen Andrang erreichen würden und wahrscheinlich noch in relativer Einsamkeit genießen könnten. Stadt Wehlen hingegen wartet mit für den per Verbundsraumticket Anreisenden kostenfreier Fähre auf zum Preis einer um gut drei Kilometer verlängerten Wanderung, da sie (über den Malerweg, Wehlener Grund) erst am Zugang zur Teufelskammer auf die beschriebene Runde treffen. Bei Anreise mit dem Pkw böte sich ebenso Uttewalde als Startort aus. Der Parkplatz am Ortseingang ist kostenfrei und der Gang zur Waldidylle schlägt mit einem knappen Kilometer zu Buche.
 
Ausgehend von der Gierseilfähre in Rathen lenken sie ihre Schritte direkt in den Ort hinein und bereits 200 Meter darauf, am Sonnigen Eck, gilt es links einen kurzen Anstieg zu überwinden, an dessem Ende wiederum links der gebräuchlichste Zustieg (Malerweg) zur Felsenburg Neurathen nebst Bastei startet. Alternativ könnten sie auch im Grund verweilen und am Kassenhaus der Felsenbühne den zwar steileren dafür weniger frequentierten Direktzustieg (grüner Strich) wählen.
 
Sobald der Weg vom Amselgrund ins Elbtal wechselt, ebbt das Gelände vorerst ab. Rechterhand wird der imposante Klettergipfel Mönch passiert, der seit 1887 eine Wetterfahne in Gestalt eines Mönchs trägt. Das beschädigte Original der Mönchssilhouette wurde 1957 durch einen Nachbau ersetzt und kann heutezutage im Museum von Bad Schandau begutachtet werden.
 
Etwas weiter lohnt der minimale Abstecher zur Aussicht am Tiedgestein, einem Kletterfelsen, an dem die Rahm-Hanke beginnt, einem von alters her begangenen Felspfad, der den Bereich des komfortablen Wanderns verlässt und daher nicht zu empfehlen ist. Benannt ist der Steig nach dem im Fels hinterlassen Namen seiner beiden "Wiederentdecker", die um 1895 in der nahen Basteigaststätte angestellt waren.
 
Treppen führen zum eingezäunten Areal der Felsenburg Neurathen. Falls sie Zeit erübrigen können, lohnt sich der (kostenpflichtige) Rundgang nicht nur wegen der archäologischen Fundstücke und dem Nachbau einer Steinschleuder sondern auch wegen der Aussichten auf Wehltürme, Gansfelsen und den Mönch.
 
Durch das Neurathener Felsentor, einem künstlich erweiterten Durchbruch, betreten sie die berühmte Basteibrücke, die, 1826 zunächst aus Holz errichtet und 1852 aus Stein gemauert, die tiefe Schlucht der Mardertelle überspannt. Vom westlichen Brückenkopf führt ein kurzer Pfad zur Ferdinandaussicht oberhalb der Wehltürme, dem Punkt, vom dem aus die Brücke wohl am häufigsten fotografiert wurde und wird. Nicht minder imposant ist die Aussicht auf dem Basteifelsen knapp 200m über der Elbe.
 
Lenken sie ihre Schritte nun weiter nach Westen zur beginnenden Straße, die sie unmittelbar vor dem ersten Parkplatz (für Hotelgäste) nach links (Malerweg, grüner Strich) verlassen. Der Wanderweg entfernt sich zusehends von der Straße und führt nahezu eben durch bewaldetes Terrain. Der Steinerne Tisch wäre eine preiswerte Alternative zur hochpreisigen Gastronomie an der Bastei gewesen - wenn die einst beliebte Einkehr nicht bereits 2012 ihre Pforten geschlossen hätte. Angeblich wurde der Pachtvertrag, nach mehrfachem Wechsel der Pächter, von der Besitzerin nicht verlängert.
 
Der Malerweg biegt hier in Richtung Wehlen ab. Sie wandern jedoch gerade aus und nur 250 m weiter sollten sie den Hinweis zum Höllengrund nicht übersehen, der rechts durch ein schmales Felsental, des wiederum in den Zscherregrund mündet, führt. Letzterem folgen sie talwärts.
 
Zum Abzweig zum Uttewalder Grund, exakt 500m unterhalb der Einmündung des Höllengrundes beginnend, kehren sie demnächst zurück. Vorerst folgen sie weiter dem Zscherregrund noch für 300m und biegen dort scharf rechts in den Teufelsgrund ab. Folgen sie dem Pfad unbedingt entgegen dem Uhrzeigersinn - das reduziert bei Begängnis Verstopfungen an den schmalen Passagen. Die eiserne Treppe in der Teufelskammer verbirgt die Sicht auf die Strudeltöpfe, einer geologischen Rarität in der Sächsischen Schweiz. Bei Starkregen arbeiten sich im Wasser rotierende Steine immer tiefer in den weichen Sandstein, sodass die nahezu keisrunden Löcher enstanden. Auf dem Plateau geht es linkerhand zu einer weiteren, teils sehr engen Schlucht, durch die sie auf den bereits vom Hinweg bekannten Pfad gelangen.
 
Wandern sie nun zum Abzweig des Uttewalder Grund zurück und in diesen hinein.
 
Mit der Waldidylle haben sie eine Einkehr und in etwa die Halbzeit der Wanderung erreicht. An dieser Stelle sei erwähnt, dass in Uttewalde selbst eine weitere Einkehrmöglichkeit existiert, deren Besuch keinerlei Umweg erzeugt. Folgen sie hierfür den Treppen nach oben, die wenige Meter weiter aus dem Tal führen, und sie landen direkt an der Gaststätte. Wenige Meter weiter führt ein Abstieg zurück in den Schleifgrund.  
 
Das Uttewalder Felsentor passieren sie jedoch nur, wenn sie dem romantischen Schleifgrund - warum hier ein Namenswechsel von Uttewalder zum Schleifgrund erfolgt, ist unerklärlich - ab der Waldidylle folgen. Die Felsen rücken enger zusammen, die Überbleibsel früherer Bergstürze zwängen Uttewalder Grundbach in ein enges Bett, das munter die Talseite wechselt und es mehrerer Brücken bedurfte, um die einstige Wildnis für den Wanderer gangbar zu gestalten.  
 
Knapp oberhalb des Abzweigs des Bruno-Barthel-Wegs, Bruno Barthel war ein Heimatforscher, stoßen die Uttewalder Kneipengänger wieder auf die Runde und haben noch reichlich Strecke vor sich, um dem Reiz des Schleifgrunds zu erliegen.
 
An der Stelle, an der der Malerweg den Grund in Richtung Lohmen verlässt, heißt es auch für sie Abschied vom Tal zu nehmen. Sie steigen nach rechts den Brückwaldweg an und halten sich an beiden folgenden Gabelungen jeweils nach rechts. im weiteren Verlauf stoßen sie erneut auf den Bruno-Barthel-Weg, den sie nur kurz nach - na wie?  - nach rechts natürlich folgen. Letztlich ist das auch eindeutig, da es in allen Ausschilderungen die schnellste Strecke zur Bastei darstellt. Nach 50m verläuft der Bruno-Barthel-Weg nach rechts - sie bleiben auf den Brückwaldweg und verlassen selbigen erst weitere 100m darauf nach links. Im Tal stoßen sie auf den Kohlgrund, der, talauf geht es weiter, am Rechtsknick zum Raingrund wird und direkt zur Basteistraße leitet.
 
Für die folgenden 300m ist es am bequemsten, den gut ausgebauten Fußweg an der Basteistraße zu wählen (rechts in Wanderrichtung; parallel zu diesem verläuft im Wald ein alternativer Weg). Der Abzweig (links) in die Schwedenlöcher ist unmöglich zu verfehlen. Unmittelbar bevor der Abstieg beginnt, ist, direkt am Rastplatz, eine Aussicht in den Wehlgrund bequem zu erreichen. Vor allem bei gutem Wetter sollten sie die wenigen Schritte in Kauf nehmen.
 
Die Steiganlage durch die Schwedenlöcher stammt aus dem Jahre 1886 und verfügt über 777 Stufen. Der Name der tief eingeschnittenen Schlucht geht auf den 30-jährigen Krieg zurück, als die einheimischen Bauern in dem damals als "Blanken Grund" bezeichneten Revier Zuflucht vor den schwedischen Truppen suchten. Heute sollten sie sich einzig vor herabstürzenden Felsbrocken hüten, da solche im Jahr 2012 mehrere Wanderer verletzten. Die Chance eines solchen Ereignissen ist wohl mit dem eines Lottogewinns vergleichbar. Also Entwarnung.
 
Der Abstieg endet im Amselgrund. Nach links sei der kurze Abstecher zum Amselfall und der gleichnamigen Baude empfohlen. Letztere hat allerdings nur von April bis Oktober geöffnet.
 
Nach rechts erreichen sie in Kürze den Amselsee, der sie ein Stück des Weges begleiten wird. Für den noch immer drangvollen Wanderer böte sich hier die Ausarbeitung bei einer Kahnpartie an.  
 
Ein Stück weiter des Wegs lädt die Forellenräucherei zur Stärkung ein, womit sie sich fast schon im vom Hinweg bekannten Terrain befinden. Der letzte Sprung zur Fähre sollte jedem gelingen...
 
 
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